Eine E-Rechnung erstellen heißt: einen EN-16931-konformen, maschinenlesbaren Datensatz im XRechnung- oder ZUGFeRD-Format erzeugen, der sich validieren, versenden und rechtssicher archivieren lässt. Seit Januar 2025 müssen alle Unternehmen in Deutschland E-Rechnungen empfangen können, ab 2027 greift zudem schrittweise die Ausstellungspflicht. Wer jetzt umstellt, spart sich später Stress: Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie E-Rechnungen erstellen, mit wenigen Klicks bei kleinem Volumen oder vollautomatisiert im ERP-System.
Wesentliche Punkte auf einen Blick
- XRechnung ist ein reines XML-Format für Rechnungen an Behörden, ZUGFeRD kombiniert eine lesbare PDF/A-3-Datei mit eingebettetem XML für den B2B-Bereich.
- Ein einfaches PDF ist keine E-Rechnung, ohne strukturierte, eingebettete XML-Daten gilt eine Rechnung nicht als gesetzeskonform, egal wie vollständig sie aussieht.
- Bis rund 50 Rechnungen im Monat reichen Web-Tools oder eine vorhandene Buchhaltungssoftware; darüber wird eine ERP-Anbindung mit automatisierter Validierung schnell zur besseren Wahl.
- Pflichtangaben wie USt-IdNr., fortlaufende Rechnungsnummer, Leistungsdatum und korrekt berechnete Umsatzsteuer entscheiden über Annahme oder Ablehnung der Rechnung.
- Die Empfangspflicht gilt bereits seit Januar 2025 für alle Unternehmen; die Ausstellungspflicht folgt gestaffelt bis 2028.
Eine E-Rechnung ist eine strukturierte, maschinenlesbare Rechnung im XRechnung- oder ZUGFeRD-Format nach EN 16931. Anders als ein PDF enthält sie XML-Daten, die Buchhaltungssoftware automatisch auslesen, prüfen und verbuchen kann.
Beide in Deutschland zugelassenen Formate basieren auf der europäischen Norm EN 16931, trotzdem unterscheiden sie sich in Aufbau und Einsatzzweck erheblich.
ZUGFeRD, kurz für Zentraler User Guide des Forums elektronische Rechnung Deutschland, wurde vom Forum elektronische Rechnung Deutschland (FeRD) entwickelt. Es handelt sich um ein Hybridformat aus drei Bestandteilen: einer normal lesbaren PDF/A-3-Ansicht, dem eingebetteten XML-Datensatz für die automatische Verarbeitung und Metadaten, die die revisionssichere Archivierung absichern.
Genau diese Kombination macht ZUGFeRD in der Praxis beliebt, Branchenexpert:innen wie Michael Menk von milia GmbH empfehlen das Format ausdrücklich für Rechnungssoftware, weil es maschinelle Verarbeitung und eine einfache Sichtprüfung von Hand miteinander verbindet, ohne dass eine der beiden Seiten zu kurz kommt.
XRechnung wurde von der Koordinierungsstelle für IT-Standards (KoSIT) entwickelt und ist der verbindliche Standard für Rechnungen an Bund und Länder. Sie besteht ausschließlich aus einer XML-Datei ohne jede visuelle Darstellung und wird über Portale wie ZRE oder OZG-RE eingereicht.
Wichtig für Behördenrechnungen: Öffentliche Auftraggeber verlangen dafür fast immer zusätzlich eine Leitweg-ID, ohne die die Rechnung gar nicht erst zugestellt werden kann.
Wer im Monat weniger als 50 Rechnungen schreibt, braucht in der Regel keine ERP-Anbindung, ein Web-Tool oder die bestehende Buchhaltungssoftware genügt völlig. Der Ablauf sieht bei den meisten Anbietern ähnlich aus:
Für Freiberufler:innen und kleine Unternehmen sind kostenfreie Tools ein guter Einstieg, ein Punkt fehlt dabei aber fast immer: die GoBD-konforme Archivierung. Da E-Rechnungen 8 bis 10 Jahre unveränderbar aufbewahrt werden müssen, lohnt sich hier meist eine separate, zuverlässige Lösung.
Ab etwa 200 Rechnungen im Monat wird manuelle Bearbeitung schnell zum Flaschenhals. Sinnvoller ist dann ein durchgängig automatisierter Order-to-Cash-Prozess:
| Lösung | Geeignet für | Integrationstiefe | Vorteil |
| ERP-Erweiterung | Mittelstand, Konzerne | Hoch | Vollautomatische Validierung und Archivierung |
| Buchhaltungssoftware | KMU | Mittel | Schnelle Umsetzung |
| Middleware | Komplexe Systemlandschaften | Hoch | Verbindet bestehende Systeme |
| Manuelle Lösung | Unter 50 Rechnungen/Monat | Niedrig | Geringe IT-Kosten, dafür höhere Fehleranfälligkeit |
Wie erstelle ich eine E-Rechnung am besten? Die Antwort hängt weniger vom persönlichen Geschmack als vom Rechnungsvolumen und den vorhandenen IT-Ressourcen ab:
Für die meisten kleinen und mittleren Unternehmen ist die tool-basierte Lösung der pragmatischste Weg, sie deckt die gesetzlichen Anforderungen ab, ohne dass ein eigenes IT-Projekt daraus wird.
Ein PDF ohne eingebettete XML-Daten zu versenden, ist der wohl häufigste Stolperstein, es sieht aus wie eine Rechnung, gilt aber rechtlich nicht als E-Rechnung. Genauso problematisch: das falsche Format wählen. Wird eine Behördenrechnung nicht als XRechnung übermittelt, landet sie in aller Regel direkt in der Ablehnung.
Daneben scheitert es oft an Kleinigkeiten, einer fehlenden USt-IdNr., einer nicht fortlaufenden Rechnungsnummer oder einem vergessenen Leistungsdatum. Auch die Schemavalidierung wird gerne übersprungen, dabei sollte jede XML-Datei vor dem Versand gegen die EN-16931-Vorgaben geprüft werden.
Und last, but not least: Die Archivierungspflicht wird häufig unterschätzt. Das Originalformat der E-Rechnung muss unverändert und GoBD-konform 8 bis 10 Jahre aufbewahrt werden, eine lokale Speicherung auf der Festplatte reicht dafür nicht aus.
Eine E-Rechnung zu erstellen, ist kein reines IT-Projekt, sondern eine strukturelle Veränderung der Rechnungsstellung. Wer frühzeitig auf valide EN-16931-Formate umstellt, reduziert Ablehnungen, beschleunigt Zahlungseingänge und senkt steuerliche Risiken.
Entscheidend ist am Ende nicht nur das richtige Format, sondern ein durchgängiger Prozess aus Datenqualität, Validierung, Versand und GoBD-konformer Archivierung. Kleine Unternehmen kommen mit Web-Tools oder Buchhaltungssoftware zügig ans Ziel; Unternehmen mit hohem Rechnungsvolumen profitieren dagegen deutlich stärker von einer automatisierten ERP-Integration.