Im deutschen E-Rechnungssystem für den öffentlichen Sektor hängt die Rechnungsübermittlung von der obligatorischen Käuferreferenz ab, die als Leitweg-Identifikationsnummer (Leitweg-ID) bezeichnet wird. Diese Routing-ID stellt sicher, dass XRechnungen innerhalb komplexer öffentlicher Verwaltungen die richtige Behörde oder Abteilung erreichen. Da die Käuferreferenz gemäß XRechnung obligatorisch ist, können Rechnungen ohne sie nicht validiert oder verarbeitet werden.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Leitweg-ID ist eine obligatorische Käuferreferenz für alle Rechnungen im XRechnungsformat, die an deutsche Behörden gesendet werden.
- Sie fungiert als Routing-ID, um Rechnungen an die richtige Verwaltungseinheit weiterzuleiten.
- Jede Leitweg-ID folgt einer festgelegten Struktur und muss genau so verwendet werden, wie sie ausgestellt wurde.
- Fehlende oder falsche Leitweg-IDs sind eine der Hauptursachen für die Ablehnung von Rechnungen.
- Das Feld für die Käuferreferenz in XRechnungen wird maschinell validiert und kann nicht ersetzt werden.
Eine Leitweg-ID ist eine standardisierte Käuferreferenz, die im öffentlichen deutschen E-Rechnungssystem verwendet wird, um Rechnungen innerhalb der öffentlichen Verwaltung korrekt weiterzuleiten. Als Leitweg-ID identifiziert sie den Auftraggeber und die interne Organisationseinheit, die für die Rechnungsbearbeitung nach dem XRechnungsstandard zuständig ist.
Die Leitweg-ID ist für alle Lieferanten obligatorisch, die elektronische Rechnungen an deutsche öffentliche Auftraggeber auf Bundes-, Landes- oder Kommunalebene ausstellen. Diese Anforderung gilt unabhängig von Unternehmensgröße, Branche oder Rechnungswert.
Jeder Lieferant, der Rechnungen an Ministerien, Bundesbehörden, Universitäten, öffentliche Krankenhäuser oder kommunale Einrichtungen stellt, muss auf jeder Rechnung die korrekte Leitweg-ID als Käuferreferenz angeben. Diese Verpflichtung gilt auch für ausländische Lieferanten. Das bedeutet, dass nicht in Deutschland ansässige Unternehmen, die Rechnungen an deutsche Behörden stellen, diese Verpflichtung ebenfalls erfüllen müssen.
Während für Transaktionen im privaten Sektor keine Leitweg-ID erforderlich ist, wird diese verpflichtend, sobald eine Behörde der Rechnungsempfänger ist. Im Zusammenhang mit XRechnungen ist die Leitweg-ID für eine erfolgreiche Validierung und Weiterleitung unerlässlich. Rechnungen, die ohne diese Referenz eingereicht werden, werden in der Regel automatisch auf Ebene des Rechnungsportals oder des Übertragungsnetzes abgelehnt.
| Art der Einrichtung | Ist eine Leitweg-ID erforderlich? | Grund |
| Bundesministerien und -behörden | ja | obligatorische Käuferreferenz für die Weiterleitung von XRechnungen |
| Behörden der Bundesländer | ja | erforderlich zur Identifizierung der Rechnungsempfänger auf Abteilungsebene |
| Kommunalverwaltungen | ja | stellt sicher, dass Rechnungen die richtige lokale Behörde erreichen |
| öffentliche Universitäten und Forschungseinrichtungen | ja | als Rechnungsempfänger des öffentlichen Sektors klassifiziert |
| öffentliche Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen | ja | unterliegen den Vorschriften für die öffentliche elektronische Rechnungsstellung |
| private Unternehmen | nein | Leitweg-ID gilt nur für öffentliche Auftraggeber |
| ausländische Lieferanten, die deutsche Behörden Rechnungen stellen | ja | die Angabe einer Käuferreferenz ist obligatorisch und unabhängig vom Standort des Lieferanten |
Die Struktur der Leitweg-ID spiegelt das dezentrale Verwaltungssystem Deutschlands wider. Die Formate können je nach Behörde variieren, aber alle Leitweg-IDs folgen einer standardisierten Logik, die eine automatisierte Verarbeitung ermöglicht.
Eine Leitweg-ID besteht in der Regel aus einem numerischen Präfix, einer Behördenkennung und optionalen Untereinheiten. Diese Komponenten sorgen gemeinsam dafür, dass Rechnungen an die richtige organisatorische Einheit weitergeleitet werden.
Komponente | Beschreibung | Zweck |
Präfix (z. B. 991 / 992 / 993) | identifiziert die Verwaltungsebene oder das ausstellende System | unterscheidet zwischen Bundes-, Landes- oder Kommunalbehörden |
Behördenkennung | numerischer Code, der der Behörde zugewiesen wurde | identifiziert die vertragschließende Organisation |
Code der Untereinheit oder Abteilung | optionale Erweiterung | leitet die Rechnung an die richtige Abteilung oder Kostenstelle weiter |
Trennzeichen (Bindestrich oder Punkt) | strukturelles Trennzeichen | gewährleistet maschinenlesbare Validierung |
Bestimmte Präfixe sind weit verbreitet und helfen bei der Klassifizierung der Art der beteiligten öffentlichen Einrichtung. Diese Präfixe sind nicht willkürlich, sondern entsprechen den etablierten Routing-Konventionen des öffentlichen Sektors.
Jedes Beispiel steht für eine eindeutige Käuferreferenz. Selbst zwei Abteilungen innerhalb derselben Behörde können unterschiedliche Leitweg-IDs verwenden, um eine präzise Weiterleitung zu gewährleisten.
Lieferanten erstellen oder registrieren keine eigene Leitweg-ID. Die Leitweg-ID wird ausschließlich von der öffentlichen Behörde vergeben, die die Rechnung erhält. Sie wird in der Regel während der Vertrags- oder Onboarding-Phase bereitgestellt.
Behörden können die Leitweg-ID über folgende Wege mitteilen:
Wenn die Käuferreferenz fehlt oder unklar ist, müssen Lieferanten diese direkt bei der Vergabebehörde anfordern. Jede interne Umstrukturierung innerhalb der Behörde kann zu einer neuen Leitweg-ID führen, und Lieferanten sind dafür verantwortlich, die aktuellste Version zu verwenden.
In XRechnungen muss die Leitweg-ID in das Feld „Käuferreferenz“ eingegeben werden. Dieses Feld ist bei der Rechnungsstellung an deutsche Behörden obligatorisch und wird bei der Einreichung automatisch validiert.
Die Käuferreferenz der XRechnung darf nur die Leitweg-ID enthalten, ohne zusätzlichen Text oder Formatierungsänderungen. Selbst geringfügige Abweichungen wie zusätzliche Leerzeichen oder geänderte Trennzeichen können zu einer fehlgeschlagenen Validierung führen.
Zu den wichtigsten Implementierungsanforderungen gehören:
Die korrekte Platzierung der Leitweg-ID als Käuferreferenz in XRechnungen ist für die erfolgreiche Einreichung von Rechnungen bei deutschen Behörden unerlässlich. Eine genaue Formatierung und die strikte Einhaltung der Feldanforderungen gewährleisten eine automatisierte Validierung, eine korrekte Weiterleitung und eine unterbrechungsfreie Rechnungsbearbeitung.
Die Leitweg-ID fungiert als maschinenlesbare Routing-ID innerhalb der elektronischen Rechnungsstellungsinfrastruktur des öffentlichen Sektors in Deutschland. Sie wird automatisch ausgewertet, sobald eine elektronische Rechnung eingereicht wird, noch bevor kommerzielle oder buchhalterische Prüfungen stattfinden.
Diese automatisierte Weiterleitung macht manuelle Eingriffe überflüssig und verringert das Risiko, dass Rechnungen fehlgeleitet oder verzögert werden.
Trotz ihres standardisierten Formats wird die Leitweg-ID häufig falsch verwendet, was zu vermeidbaren Rechnungsablehnungen führt. Die meisten Fehler treten eher bei der Dateneingabe oder der Systemkonfiguration als bei der Rechnungserstellung selbst auf.
Verwechslungen zwischen verschiedenen Referenzfeldern sind ein weiteres häufig auftretendes Problem:
Die korrekte Platzierung und exakte Formatierung der Leitweg-ID verbessert die Akzeptanzraten und die Verarbeitungseffizienz erheblich.
Fehler | Beschreibung | Auswirkungen auf die Rechnungsbearbeitung |
fehlende Käuferreferenz | Leitweg-ID nicht in der Rechnung enthalten | automatische Ablehnung der Rechnung |
falsche Formatierung | zusätzliche Leerzeichen, falsche Trennzeichen oder fehlende Ziffern | Validierungsfehler |
| Verwendung einer veralteten Leitweg-ID | veraltete Leitweg-ID nach Behördenumstrukturierung | fehlerhafte Weiterleitung oder Ablehnung der Rechnung |
Leitweg-ID in falschem XML-Feld platziert | nicht als Käuferreferenz in der XRechnung angegeben | Nichteinhaltung der Regeln für XRechnungen |
Verwechslung der Leitweg-ID mit internen Kundennummern | falsche Kennung verwendet | Rechnung nicht an die richtige Behörde weitergeleitet |
Die Leitweg-ID ist ein grundlegender Bestandteil des elektronischen Rechnungsstellungssystems des öffentlichen Sektors in Deutschland. Als obligatorische Käuferreferenz und Routing-ID ist die Leitweg-ID von grundlegender Bedeutung für die Weiterleitung, Überprüfung und Verarbeitung elektronischer Rechnungen gemäß den Käuferreferenzregeln in XRechnungen.
Für Lieferanten reduziert die korrekte Leitweg-ID das Ablehnungsrisiko deutlich, sorgt für eine reibungslose, automatisierte Verarbeitung der Rechnung und unterstützt die kontinuierliche Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben zur E-Rechnungsstellung. Da die elektronische Rechnungsstellung mittlerweile fest in der öffentlichen Verwaltung verankert ist, fungiert die Leitweg-ID weiterhin als zentrales Prüfkriterium, das einen zuverlässigen, konformen und effizienten Austausch von Rechnungen gewährleistet.